Fragmente

Fragmente

l

Wieder, wieder, starre Glieder
Press dich ins Mieder,
Schrei deine Lieder,
Immer wieder Lieder im Mieder,
Wirf dich hernieder
Es ist mir zuwider.

ll

Samengold, befrucht´ das Land,
Schmeck es, iss es mit der Hand.
Fließe, ströme, milchig frisch.
Kinderauge, fang den Fisch!
Leben, Lieben, Lustig, Lächeln,
Klebrig feucht und göttlich schön.
Stöhnen, schreien, Luft zufächeln,
Zärtlich, lustvoll, keusch, obszön.

lll

Und es krampft und zieht und sticht
Und die Lüge grinst und ficht.
Nebelschwaden im Gesicht –
Wahrheit seh´ ich nirgends nicht.

Treibsand nimmt den Boden mir,
Grundlos sink ich hinab zum Tier.
Sehnsucht ist der Seele Zier.
Kann ich denn noch Leben hier?

lV

Atempause, Odem Gottes,
Hauch und Wind, Himmelskind.
Singend, klingend, Zeit entrinnend –
Friedenssitz im Schoße DEIN.
Wieder such ich, wieder weiß ich,
Dass du längst in Allem bist.
Meine Sorgen – intellektueller Mist.
Belebst die Seelen derer, die trist.
Ständiger Fluss,
Fluss der lebt,
Webt und strebt,
Nie untergeht.