Cartoon: Political/Apolitical

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*Little explanation: I took an (in the European context) absolutely unpolitical object
– a classical torso – and tried to see, how it becomes all of the sudden political in other contexts/countries. In Europe it is just part of an art exhibition, in America you already have to censor the nipples, in arabic countries the torso is simply covered by a burqa or militarily attacked, in Russia political messages are written on the breasts – just like the Femen. In Africa it becomes a cult object and ISIS tries to behead it, quite unsuccessfully…

Poem: Raus

Raus

Kettenrauchen im Kadaver
Leitern klettern, wimmern, schreien
Immer weiter, immer höher,
Höher bis zum Explodieren
Fort, fort, weg von Hier,
Kalt und Groß und Grau ist es
Hier das Tier, es ist noch hier,
Hässlich, fett und voller Gier
Schleicht es schleimig, kauert, lauert, kannibalisch
Räuspert die schleimige Nase,
Hexen kreischen, fliegen heulend
Wo bin ich
Was sieht mich da im Spiegel an?
Raupen kriechen, suchen Nahrung,
Grün und schrumplig, zieh sie ab,
Die alte, kalte Rillenhaut
Und zieh dich aus bis auf den Grund, den Grund
Was machen sie damit?
Die alten weisen Frösche mit Hörnern
Lachen satanisch, gierig und lüstern
Gold strahlt heraus aus den Raupenhüllen,
Was machen sie damit?

Wiesenstreifen, schneidender Grashalm,
Saftig grün und schneidend
Die Füße bluten, die Haut zerfällt, sie juckt, es juckt, es juckt
Hautschuppen nieseln herab wie Schnee,
Kinder spielen darin vergnügt,
Schaukeln und Springen, Singen und Tanzen
Wasserfälle strömen, Leben und Atmen,
Brustkorb hebt sich hoch In die Luft
Gib Acht, dass er nicht platzt
In tausend kleine Puzzleteile im Himmel zerfällt
Ameisen krabbeln im Gesicht
Es juckt Dreck unter den Fingernägeln
Kleine Fliegen pissen mich an
Lachen ganz schelmisch, fliegen davon,
Gelber Saft bleibt auf meiner Hand,
Sonderbar, sehr sonderbar.

Bröckelndes Holz, der Fensterrahmen ist
Zu alt, er trägt das Glas nicht mehr
Wo bin ich Was sieht mich da im Spiegel an?
Zähne sind braun, sie stinken schon
Phönix steh auf, verlasse das Feuer
Wir warten auf dich, Sehnsucht Zerfrisst uns
Träufle auf uns deinen süßen Tau
Perlen sie perlen auf Nase und Mund
Wimpern, sie kleben zusammen wie Sterne
Raus aus allem, raus und doch drinnen,
Refugium, Sehnsuchtsort, Zelt im Krieg,
Sie reißen es auf – Was machen sie damit?
Tau er steigt auf vom goldbraunen Acker;
Leben muss raus, wälzt um dieses Haus,
Dieses Haus, das so hübsch konstruiert
Nun schikaniert, ruiniert, eliminiert –
Flügel brauchen Platz zum Schlagen
Schwingen, Ringen, Singen, Springen
Tanz – er wälzt sie alle um.