Nächtliches Rezitativ

Eines Nachts, da lag ich wach,
Silber glänzend sprach der Bach.

Erzählte mir von Pracht und Macht
und ließ mich wandelnd in der Nacht.

Strebend nach unendlicher Kraft
Trank ich müd´ den giftigen Saft.

Eines Nachts, da lag ich wach
und wälzte und drehte die Glieder mir schlaff.

-Ruhe doch, mein liebes Kind,
Puste die Sorgen in den Wind!
Schließe das Fenster nun geschwind:
In deinem Herzen Wahrheit find.

Aufruf zur Freiheit

Immer schwerer drücken die Glieder mich hernieder.
Verlangsamt schleppen die Finger mich Schritt um Schritt,
Plagen mich, ragen sich, wagen dich, schaben mich, und darben.

Da liegt dieser Fleischklumpen unten am Boden
Und wünschte, ein Seelchen könnt ihn füllen.
Träge, trüge – Flüge ich doch bald in breite Weiten
Und ließe ich fallen die Stränge, die harten rostigen Sparten.

Aber erst morgen, oder übermorgen, oder nächste Woche, we´ll stay in touch.
Mal sehen, wann es am besten passt, es ist auf jeden Fall auf meinem Plan.
So lange, bis dahin, bleib ich noch ein bisschen liegen.

Man weiß ja nicht so genau, was Morgen ist
Und ob man dann noch will.
Vorsicht geht vor Leben.
Also im besten Falle…find ich…

Hier unten ist es gar nicht so schlecht.
Und was will man denn mit so dünnen Flügeln?
Hübsch sind sie zwar anzusehen,
Aber keiner weiß doch wirklich, ob die auch tragen
Oder eher plagen und alle dann darben.

Verwachsen ist nun Schlamm und Fleisch,
Man sieht die Grenzen nicht mehr.
Der letzte Aufruf, tuuuuut – zur Freiheit.

Nun ja ich verpasse ihn eben erst mal,
aber vielleicht kommt noch einer Morgen?
oder übermorgen, oder nächste Woche,
we´ll stay in touch.

Poem: Der Nächte Werk

Der Nächte Werk

Die Wiesen schmatzen grün und durstig
Motoren brummeln heftig und rot
Klänge und Sänge beträufeln die Luft
Läuten bedeutend hin zur Nacht.

Müdigkeit schleicht sich auf meine Augen
Kribbelnd und nagend macht sie sich breit
Traumes Spiele spinnen ihr Werk
Fantasia Welten beginnen zu sinnen.

Hinauf gezerrt zur Lichterwelt
Im Meeresrauschen neu geboren
Versinke ich sinnlich in neuer Lieblichkeit.
Alles erschaffen, alles ist möglich.

Doch, ach schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz.
Beziehungsweise ich bin sau müde
Und habe keinen Bock aufzustehen.

Live Recording: Weltaufgang

Weltaufgang

Sie tanzt lasziv zum Weltaufgang.
Blau leuchtet die Kugel hinter dem Schwarz.
Zerplatzende Eier, das Gelb, es spritzt hoch –
Der Neue Tag, er beginnt.

Engen, die Schwarzen, zerquetschen den Ball,
Zerdrücken ihn wie einen Pickel.
Hoch in die Luft sprießt das Innre der Welt –
Der Neue Tag, er beginnt.

Alte Hüllen werden zu Erde,
Befruchten den Grund,
Neues kann wachsen,
Im Heute, im Jetzt.

Heute ist Jetzt, der Moment, die Zeit,
Das heutige Jetzt, das jetzige Heut´,
Häutet die alten Schalen.
Weltaufgang, leuchtend blau,
Das ist der Neuanfang.

Poem: Raus

Raus

Kettenrauchen im Kadaver
Leitern klettern, wimmern, schreien
Immer weiter, immer höher,
Höher bis zum Explodieren
Fort, fort, weg von Hier,
Kalt und Groß und Grau ist es
Hier das Tier, es ist noch hier,
Hässlich, fett und voller Gier
Schleicht es schleimig, kauert, lauert, kannibalisch
Räuspert die schleimige Nase,
Hexen kreischen, fliegen heulend
Wo bin ich
Was sieht mich da im Spiegel an?
Raupen kriechen, suchen Nahrung,
Grün und schrumplig, zieh sie ab,
Die alte, kalte Rillenhaut
Und zieh dich aus bis auf den Grund, den Grund
Was machen sie damit?
Die alten weisen Frösche mit Hörnern
Lachen satanisch, gierig und lüstern
Gold strahlt heraus aus den Raupenhüllen,
Was machen sie damit?

Wiesenstreifen, schneidender Grashalm,
Saftig grün und schneidend
Die Füße bluten, die Haut zerfällt, sie juckt, es juckt, es juckt
Hautschuppen nieseln herab wie Schnee,
Kinder spielen darin vergnügt,
Schaukeln und Springen, Singen und Tanzen
Wasserfälle strömen, Leben und Atmen,
Brustkorb hebt sich hoch In die Luft
Gib Acht, dass er nicht platzt
In tausend kleine Puzzleteile im Himmel zerfällt
Ameisen krabbeln im Gesicht
Es juckt Dreck unter den Fingernägeln
Kleine Fliegen pissen mich an
Lachen ganz schelmisch, fliegen davon,
Gelber Saft bleibt auf meiner Hand,
Sonderbar, sehr sonderbar.

Bröckelndes Holz, der Fensterrahmen ist
Zu alt, er trägt das Glas nicht mehr
Wo bin ich Was sieht mich da im Spiegel an?
Zähne sind braun, sie stinken schon
Phönix steh auf, verlasse das Feuer
Wir warten auf dich, Sehnsucht Zerfrisst uns
Träufle auf uns deinen süßen Tau
Perlen sie perlen auf Nase und Mund
Wimpern, sie kleben zusammen wie Sterne
Raus aus allem, raus und doch drinnen,
Refugium, Sehnsuchtsort, Zelt im Krieg,
Sie reißen es auf – Was machen sie damit?
Tau er steigt auf vom goldbraunen Acker;
Leben muss raus, wälzt um dieses Haus,
Dieses Haus, das so hübsch konstruiert
Nun schikaniert, ruiniert, eliminiert –
Flügel brauchen Platz zum Schlagen
Schwingen, Ringen, Singen, Springen
Tanz – er wälzt sie alle um.

Fragmente

Fragmente

l

Wieder, wieder, starre Glieder
Press dich ins Mieder,
Schrei deine Lieder,
Immer wieder Lieder im Mieder,
Wirf dich hernieder
Es ist mir zuwider.

ll

Samengold, befrucht´ das Land,
Schmeck es, iss es mit der Hand.
Fließe, ströme, milchig frisch.
Kinderauge, fang den Fisch!
Leben, Lieben, Lustig, Lächeln,
Klebrig feucht und göttlich schön.
Stöhnen, schreien, Luft zufächeln,
Zärtlich, lustvoll, keusch, obszön.

lll

Und es krampft und zieht und sticht
Und die Lüge grinst und ficht.
Nebelschwaden im Gesicht –
Wahrheit seh´ ich nirgends nicht.

Treibsand nimmt den Boden mir,
Grundlos sink ich hinab zum Tier.
Sehnsucht ist der Seele Zier.
Kann ich denn noch Leben hier?

lV

Atempause, Odem Gottes,
Hauch und Wind, Himmelskind.
Singend, klingend, Zeit entrinnend –
Friedenssitz im Schoße DEIN.
Wieder such ich, wieder weiß ich,
Dass du längst in Allem bist.
Meine Sorgen – intellektueller Mist.
Belebst die Seelen derer, die trist.
Ständiger Fluss,
Fluss der lebt,
Webt und strebt,
Nie untergeht.

Love Poem: Liebesgedicht


Liebesgedicht

In meinem Körper sind so viele Bilder.
Tätowiert und gepierct erzählt er von dem,
Was ich spürte einst so schmerzlich schön.
Geschmückt bin ich nun, bunt und reich.

Hoch steigt der Rauch, so weiß und so weich,
Als streichle er die Luft.
Wirres, es weicht, die  Sonne geht auf,
Die Wolken, sie fliegen und fliehen.

Der Goldsturm, er tobt,
Mein Kleid, es fliegt hoch.
Ich sehe dich an, dir tief ins Gesicht,
Die Augen so braun, so schön dein Licht.

Martyrium feiernd, alles andre mir gleich,
Warte ich auf dich.
Ich spiele Verstecken mit mir allein,
Wohlwissend dass keiner mich sucht.

Hoffnung, sie lässt sich nicht beschneiden,
Wächst wie eine grüne Schlingpflanze in mir,
Bis alles zer-schnürt ist von innen.
Und lässt du mich liegen, so wachse ich fest.

Poem – Tabellen lernen

Tabellen lernen

Hallo tönt es rönt es föhnt es dröhnt es trompönt es frisönt es
Tobende lobende schobende hobende Klobänder
Trippen und kippen und Sippen die Suppe mit Spucke und Mucke
Eierschaum schäumt schaumig schon schummelidummelidu
Hummel im Fummel tummelt sich brummelig
Spitzbart stibitzt spritzig den Spitzer stribedidu
Lulu lacht labend liedlich lallend luprig ludrig lapperich
Matsche matsche mitschematsche muuuuuuutschhhhhhhhhh chadu.

Poem – Im Freien

Im Freien

Geheim und versteckt, verborgen, verzaubert
Einsam allein sein und doch so vereint
Glitzerndes Gold fließt in die Adern
Tief in die Adern, die feinen Kapillare
Wie Wurzeln von Bäumen, nahe am Wasser
So laut in der Stille, so reich im Nichts
Begreif ich wer ich wirklich bin.
Hier ist mein Platz, hier will ich sein.

Und zugleich will ich reisen, ans Ende der Welt,
Von der Sprungschanze fliegen, die Sterne erobern
Begreifen, welche Größe in mir steckt
Wie so vieles mir untertan, so vieles ist mein
Und ich bin darin und es ist in mir
Und es ist um mich und ich umschließ es –
Geist und Fleisch so eng verwoben, unzertrennlich, gut und groß
Heilig, heilig, heilig, heilig
Klarheit in der Welten Schoß

Wilde Beeren schmecken süßer
Voller Lebenssaft sind sie
Wahrheit tiefer, hinter dem – Hier-
Blitzt hervor und verrät es mir
Das süße Geheimnis von der Lichterwelt
Geist und Wahrheit
Heilig und echt.